Donnerstag, 22. August 2013

Tag 5 - Canyon de Chelly [shay]

Liebe Reisebegleiter!

Heute sind wir zunächst 2,5 Stunden von Holbrook zum Canyon de Chelly, den man "shay" ausspricht, gefahren. Man sagt über Amerika, es sei das Land der unendlichen Weite. Nun, macht euch selbst ein Bild: 





Auf unserer Fahrt sind wir an einigen Tankstellen vorbeigekommen, von denen wir einige zwecks Erwerbes von Espresso aufgesucht haben. Auf meine Frage, ob es Espresso gäbe, da auf der Karte keiner erwähnt wurde, erhielt ich zur Antwort: "häh?"  An der dritten Tankstelle gar "what is that?". Vor Schock erstarrt habe ich die weitere Suche aufgegeben. Also kein Espresso im nirgendwo-Arizona, dafür stand an einer Tankstelle ein Karton mit der Aufschrift "Free puppiers [sic]", der verdächtig gewackelt und gequiekt hat. 

Der Canyon de Chelly befindet sich im autonomen Gebiet der Navajos. Dort gibt es Espresso, und zwar den besten, den wir bis jetzt getrunken haben. Der Canyon ist zwar ein National Monument, das grundsätzlich in die Zuständigkeit des US- Innenministeriums fällt, die innere Organisation des Parks wird aber weitgehend von den Navahos betrieben. So gibt es wohl zahlreiche Overlook Points, aber nur einen Trail, den man gratis ohne Guide gehen darf. Für die anderen Trails gibt es Angebote, diese per Jeep oder per Pferd zu besichtigen. Leider sind die Angebote sehr teuer (zB 3 Stunden Jeep um 160$ pro Auto) und wurden von uns daher ausgeschlagen. 





Die Kante des Kraters befindet sich auf zwischen 1600 und 2100m Seehöhe. Der Canyon liegt zwischen 180 und 220m unter der Kante. Im Canyon wohnten ursprünglich Anasazi, deren Ruinen man bestaunen kann. "Anasazi" bedeutet "the ancient ones", da nachkommende Indianer stets nur die Ruinen, aber nie Menschen gefunden haben. Die Anasazi haben allerdings im Inneren des Canyons Ackerbau betrieben, was von den Navajos bis heute fortgeführt wird.





Auch der Canyon de Chelly besteht hauptsächlich aus Sandstein. Wind und Wetter haben über die Jahre großartige Formationen in den Felsen geschliffen. Dies zeigt schon ein Blick vom Rand hinunter. 






Aber besonders, wenn man den White House Trail geht, kann man die großartigen, unterschiedlichen Formationen bestaunen, sogar selbst wie das Wasser durch Tunnel und Bögen gehen und sich in Höhlen verstecken. 









Begibt man sich zum Ende des South Rim, wo die befestigte Straße aufhört, an den Spider Rock Overlook, bekommt man einen Eindruck, wie sich die ersten Einwanderer gefühlt haben müssen (wir wissen, dass sie viel Mist gebaut haben, aber das ist hier nicht Thema). Man hört und sieht nur die Natur. Ein ferner Bach, Vögel, Insekten und noch vieles mehr. Von Menschen keine Spur. Es sind nicht einmal Flugzeuge geflogen. Es ist unglaublich, eine Natur ohne menschliche Eingriffe zu erleben.





Zum Glück gibt es knappe 40km entfernt (also ca 10km vom Eingang des Parks) einen Ort, an dem doch Menschen wohnen und uns zum Abendessen köstliche Speisen bereitet haben. Wir haben ein lokales Restaurant besucht (beim Best Western) und dort eine Green Pepper Pork Soup, einen Fischteller und eine Spezialität der Navajos, Sandwich gefüllt mit Lammfleisch, gespeist. Das Essen war wirklich gut, vor allem die Suppe. 

Gut genährt begeben wir uns zu Bett und freuen uns schon auf eure Kommentare!

1 Kommentar:

  1. Cooles Bild von der Nichte am Rande des Abgrunds - die lustige Tante ist richtig neidisch ob dieser Impressionen!
    Die Sache mit dem Espresso stimmt bedenklich, da gehts der Tante morgen in Tokyo sicher besser - man kann sich dieses lebensrettende Getränk dort ja sogar in der Wüste aus dem Automaten ziehen.
    So! Das war´s jetzt einmal für die nächsten ca. 17 Stunden - die Tante muß in Bälde raus nach Schwechat, denn zu Mittag geht ja bekanntlich ihr Tokyo Flieger, auf dem sie dienen wird.
    Gute Nacht in den wilden Westen!

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