Freitag, 23. August 2013

Tag 6 - Four Corners Monument, Mesa Verde N.P

Liebe Reisebegleiter!

Von der Großstadt Chinle ging es nach einem Frühstück bei Subways drei Stunden Gen Norden. 
Wir wollen euch erneut einen kleinen Einblick in die Weite des Landes geben. Manchmal muss der Fahrer auch hundert Kilometer sehr wenig tun und kann etwas den linken Fuß hochlagern. (Don't try this at home)



Auf unserem Weg nach Mesa Verde haben wir einen kurzen Stop am Four Corners Monument eingelegt. Wie der Name schon andeutet, hat man hier die Möglichkeit, seine Spuren in vier Bundesstaaten gleichzeitig zu setzen. Somit können wir behaupten, dass der heutige Blogeintrag Eindrücke aus Arizona, New Mexico, Colorado und Utah vermittelt.




Extra hinfahren zahlt sich nicht aus, nachdem es bei uns aber am Weg lag, war es uns die drei Dollar pro Person Wert.

Danach ging es nach Mesa Verde. Ein paar Fakten zu Mesa Verde: Es handelt sich um ein Weltkulturerbe, welches tausende von 900 Jahren alten Bauten der Anasazi aufweisen kann. Im Canyon de Chelly, den wir gestern besucht haben, wurde Anasazi mit "the ancient ones" übersetzt. Heute haben wir gelernt, dass es eigentlich "the ancient enemies" bedeutet. Da die Bauten in Mesa Verde von den Ur-Pueblos gebaut wurden, welche die Vorfahren der heutigen Pueblos sind, schätzen es die Pueblos nicht sehr, wenn man sagt, die Häuser wurden von den Anasazi gebaut. 

Beim Mesa Verde Nationalpark angekommen haben wir uns zunächst beim Visitor Center Tickets für zwei geführte Touren zum Cliff Palace und den Balcony Rock besorgt. Diese beiden Bauten sind nur mit Ranger Führungen zu besichtigen. Tickets sind sehr schnell ausverkauft, deswegen zahlt es sich aus, früh zu kommen. Eine Tour kostet pro Person 3 Dollar und dauert ca. eine Stunde.

Zunächst waren wir überrascht, dass man sehr lange zu den Bauten fahren muss, noch mehr jedoch, dass man durch eine über 2000 Meter hohe Landschaft fährt. 


Die Sicht, die sich einem bietet, ist atemberaubend. In der Ferne erheben sich zum Beispiel  4.000 Meter hohe Berge. Am höchsten Punkt des Parks, 2.600 Meter Seehöhe, haben wir folgende Eindrücke eingefangen:





Auf dem Weg zu den Bauten kann es auch passieren, dass einem ein Braunbär über den Weg bzw. die Straße läuft. 




Wir sind drei Trails gegangen. Als erstes sind wir zum Cliff Palace. Dieser wurde um 1200 erbaut. Die Pueblos waren ursprünglich Nomaden. Zur Zeit, als die Bauten in Mesa Verde gebaut wurden, blieben die Pueblos etwa vier Generationen an einem Ort. Dann waren die Felder ausgelaugt und die Tiere alle weggelaufen, sodass sie neue Orte zum Leben gesucht haben. Auch in Cliff Palace haben sie nur 100 Jahre gelebt. Cliff Palace ist eine komplette Siedlung gewesen. "Pueblo" bedeutet Ort. Die Pueblos wurden von den Spaniern als Pueblos bezeichnet, da sie Indianer waren, die in Orten leben. In Cliff Palace gab es also Wohnhäuser, Felder (hauptsächlich Mais), einen Hof, den wichtigsten Teil, die "Kivas" und auch Gräber. Aus den begrabenen Menschen konnten die Wissenschafter herauslesen, dass die Pueblos gesund nach Cliff Palace gekommen, aber es mit schlechten Zähnen und diversen Wurminfektionen wieder verlassen haben.






Eines Tages sind die Pueblos fortgegangen. Warum, weiß man nicht. Es gibt mehrere Theorien, aber keine Gewissheit. 

Die Häuser sind sehr niedrig, da die Pueblos damals nur ca 150cm groß waren und eine Lebenserwartung von 35 bis 40 Jahren hatten. Diese Werte entsprechen zufällig jenen der Europäer zu dieser Zeit. Von einem Stockwerk zum nächsten ist man über Leitern gestiegen.


Der wichtigste Raum ist der Kiva. Dies ist ein heiliger Raum. Die Pueblos waren in Clans organisiert. Ein Kiva beherbergte einen Clan. Die Kivas enthielten eine Feuerstelle. In ihnen wohnten und arbeiteten die Clans und feierten auch religiöse Feste. Bis heute gibt es Kivas, die allerdings nur noch für spirituelle Feierlichkeiten benützt werden.

Als zweites haben wir das Balcony House besichtigt. Um dieses zu erreichen, muss man zuerst steile Stufen  hinab, dann eine sehr steile Leiter hinauf und zuletzt drei steile Leitern hinaufklettern. Zwischendurch musste man sich durch einen Tunnel quetschen, in dem manche Leute (keine Amerikaner!) stecken geblieben sind. 








Balcony House dürfte als Festung gedient haben. Aber auch hier findet man die heiligen Kivas. Jedoch auch ein Gefängnis. Es ist wohl im Sommer sehr heiß, aber im Winter hat es bis zu -29 Grad Celsius. Da die Gefängnisräume nicht beheizt waren, ist nicht geklärt, ob und wie die Gefangenen den Winter überlebt haben. 


Zuletzt haben wir das Spruce Tree House besichtigt. Hier darf man ein Kiva betreten, auf dem das Dach nachgebaut wurde. Als die Weißen die Pueblobauten entdeckt haben, dachten sie, die Bauten führen zu Goldminen und haben natürlich alles, was ihnen im Weg war, ruiniert. Dennoch ist viel erhalten, nur keine Holzdächer mehr. 







Unser Abendessen haben wir uns heute von Dominos Pizza liefern lassen.



Alles Liebe

Esther + Matthias

2 Kommentare:

  1. Verfolge euren Blog schon seit dem Beginn eurer Reise mit etwas - zugegeben - Neid auf eure tolle Zeit. Wirklich schöne Bilder und Reisebeschreibungen vermitteln einen super Eindruck eures Abenteuers (Rattles, Braunbären, wacklige Leitern auf eueren Trails)...Bin jeden Abend schon gespannt, wie's weitergeht ;-)
    Bis bald! Liebe Grüße, Wolfgang

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  2. Die lustige Tante meldet sich wieder!
    Nachdem sie heute bei brütend tropischer Hitze und ca. 1000 - 2000 % Luftfeuchtigkeit in Tokyo umhergeeilt ist, konnte sie (wie Matthias) dann endlich spätabends gemütlich bei gar köstlichen Sushi-Rollen in ihrem Hotelzimmer am Narita Airport den linken Fuß hochlagern (nur nicht so kunstvoll, da sie ja schon etwas mehr Lenze als der flotte im Automobil abgebildete Jüngling am Buckel hat)und voller Spannung den Tagesbericht der Wildwest-Reisenden inhalieren.
    Am besten gefallen ihr die 2 Schnappschüsse, auf welchen Esther und Matthias aus dem Boden zu wachsen scheinen.
    Sehr gelungen!!!
    Sowas gibt's hier in Tokyo nicht - das muß die lustige Tante wieder mal vor Neid erblassend zugeben!
    Und da sie heute (denn in Tokyo ist ja mittlerweile bereits der 25. August angebrochen) noch hoch in den Lüften zurück nach Wien dienen muß, braucht sie jetzt dringend ihren Schönheitsschlaf und wünscht daher ein herzliches: ???
    Nein!!! Nicht "Pfiat God miteinand´!" (wie Sepp Forcher)
    sondern:
    "OYASUMI NASAI!" = "Gute Nacht!" (wie der alte Japaner).
    Bis bald wieder!

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